TAG #07 (TEIL 2) _ LA FABA – Triacastela

Der Aufstieg startet direkt gnadenlos, jedoch mit einem Paradies für deutsche Pfandflaschen Sammler   😉 IMG_1112IMG_1113

Es ist zwar hart und sie Sonne brennt gnadenlos auf den wenig schattierten Pfad hinunter, aber für jede Anstrengung, jeden Schweißtropfen und jede Blase bedankt der Weg sich mit tollen, eindrucksvollen und weitläufigen Panoramen, die trotz der härte und des abverlangen´s nichts an dieser Tatsache ändern.

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Die Kombination aus Hitze, Aufstiegsgrad, spitzem Schottergestein als Bodenbelag und die Tatsache meiner defekten Knie und wunden Füße, machen es mir bald nicht mehr möglich, mit meinen beiden Begleiterinnen mitzuhalten und so trennen sich hinter der nächsten Kuppe unsere Wege.

Ungefähr 1,5 Std. alleinigem hinauf gekracksel später, bei dem mich gerade einmal eine Hand voll Italienischer und Spanischer Pilger überholen, erreiche ich zwar erschöpft, aber mächtig Stolz den Meilenstein der die offizielle Grenze zu Galizien Aufzeigt.!  Ein Pilger war so freundlich, den Moment mit mir festzuhalten…

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Der erste "Ganizische" Meilenstein.! Nur noch 160 Km :)
Der erste „Galizische“ Meilenstein.! Nur noch 160 Km 🙂

Der komplette Aufstieg auf die fast 1.400 Höhenmeter dauert allerdings noch etwas, aber wer die Spitze erreicht, wird mit wundervollen Aussichten und einem idyllischen Dorf mit schöner Kirche und ordentlichem Kaffee belohnt.!

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Als ich auf der Mauer sitze und hinter mir dieses mächtig weite Panorama glänzt, fühle ich mich unglaublich erfüllt und sehr Dankbar, hier sein zu „dürfen“ . Bei dem Schlendergang durch die Kirche und dem restliche Dorf, fühle ich mich, womöglich noch durch die vorherige Anstrengung in einen Trance ähnlichem Zustand versetzt, der mir ermöglicht, alle Eindrücke und Begebenheiten, sehr intensiv wahr zu nehmen.

So schön und beeindruckend auch alles ist, hat Hape Kerkeling in meinen Augen schon irgendwie recht, wenn er in seinem Buch schreibt : „alles hier ist sehr schön und beeindruckend, jedoch nur genau so viel, das man auch gerne wieder weiterzieht“  .. Dem kann ich bedenkenlos zustimmen !

Also ziehe ich weiter. Aus dem Dorf heraus, führt ein breiter Pfad wieder einmal einen steilen Hang, die letzten paar hundert Meter Hinauf durch die schönen Galizischen Grünflächen, die nicht nur anders, sondern angenehm anders duften und endlich über einen großen Teilabschnitt ordentlich Schatten bieten. Nach all den teilweise recht kargen, offenen und streckenweise Wüsten ähnlichen Abschnitten, ist es mir jetzt eine willkommene Abwechslung und Wohltat, durch diese Art leuchtend grünen“Urwald“ zu gehen.

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Komplett oben angekommen, wartet ein kleiner, um den Berg geschlungener Asphaltierter Abschnitt auf mich, der mich erneut der Sonne gnadenlos aussetzt. Der Weg hinunter vom Berg ist zwar gerade für meine Knie sehr strapazierend, aber bei weitem nicht so heftig, wie ich es erwartet hätte, zumindest habe ich mich ganz gut geschlagen, wage ich an dieser Stelle zu behaupten.

Knapp zwei Std. später habe ich gut die Hälfte gemeistert und zeige auf einem Foto, die bis dato hinter mir gelassene Strecke. Nun geht es etwas ebener an der Hauptstraße an ein paar netten Sehenswürdigkeiten vorbei, entlang eines Weges, an dem ein paar Häuser und eine wieder einmal schöne Kirche hängen.

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Von daaaaaa hinten bin ich gekommen 🙂

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Weiter an der reg befahrenen Straße entlang, bis der letzte Teil des Abstiegs auf mich wartet…

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Nun laufe ich schon knapp 25 Km den ganzen Tag Berg auf und ab, begleitet von der zwar schönen (und Vitamin D3 spendenden), aber überaus schweißtreibenden Sonne Spaniens und realisiere nur zwischendurch und für kurze Momente, das ich in meinem körperlichen Zustand, schon jetzt deutlich über der im Ratgeber empfohlenen Tages Strecke zurückgelegt habe und dafür immer noch ziemlich solide laufe. Ich bin irgendwie verdammt Stolz auf mich selbst und während ich an diesem Gedanken festhalte, schleppe ich mich den Weg auf eine kleine Straßenerhebung hinauf und sehe schräg links von mir, den ersten Brunnen an diesem Tag und freue mich übertrieben der Tatsache, gleich meine Flasche neu befüllen und meinen Kopf unter den kalten Strahl stecken zu können !!!      Ein grandioser Moment  🙂

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Bestimmt 15 Minuten haben ich und mein Kopf mit diesem Brunnen verbrach und nach würdiger Verabschiedung mit einem kräftigen Schluck von diesem setze ich den Weg fort.

1,5 Km später komme ich in das kleine, kaum auf der Karte zu findende Sabugos, in dem ich mir endlich meine Energiespeicher mit einem extra großen Käse-Schinken Baguette und einem leckeren Café con Leché auffüllen kann.  Dann gehts weiter Richtung dem immer noch knapp 7 Km entfernten Etappenziel Triacastela.

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Der die letzten Meter des Berges sind genauso steil, steinig und unangenehm zu gehen wie zuvor, jedoch durch die Gesamte Laufzeit, die ich heute bereits hinter mir habe und die chronisch herunter brennende Sonne, nun nur noch eine Qual, besonders da mir jetzt mein Wasser ausgeht und auf der gesamten Rest Strecke kein Brunnen o.ä. mehr vermerkt ist.!

Aber wie das erfahrungsgemäß auf dem Camino nun mal so ist, ist stets ein „gelber Engel“ zugegen. Heute in Form eines jungen Franzosen mit dem Namen Pjerre. Eine anregende Konversation auf englisch war sehr gut möglich und wir verstanden und prächtig und in vielen Dingen auf einem Nenner wieder, zudem er die gleiche haupt Motivation hat wie ich, diesen Weg zu gehen ! (Welche dies ist, möchte ich an dieser Stelle gerne für mich behalten! )

Durch seine Begleitung und angenehm lockere Art, verging die restliche Zeit annähernd wie im Flug und er füllte meine 0,5l Wasserflasche insgesamt 2 mal erneut mit seinen eigenen Vorräten auf, wofür ich ihm sehr Dankbar war und mich später selbstverständlich in anderer Form für revanchiert habe.

Endlich angekommen… Triacastela

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Mein „gelber Engel“ … Pjerre !!!

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Hier traf ich auch seit einer Woche das erste mal meine Koreanischen Freunde wieder, die mich erst nicht erkannten, da ich wohl angeblich so abgenommen hätte, welches Gefühl ich selbst nicht unbedingt hatte, aber gut. Das Gespräch fiel, meiner Verfassung geschuldet recht kurz aus und ich versorgte mich zusammen mit Pjerre noch etwas im naheliegenden Supermarkt, mit Wasser, Obst, Wurst und Brot.  Zum Abschied, da Pjerre fast immer in einem Zelt übernachtete, holte ich uns beiden noch ein leckeres „Cornetto XXL “ Eis und ihm noch eine Flasche Wasser, als kleines Dankeschön für seine Hilfe, das ist das mindeste !

Er zog darauf hin seines Weges und ich musste leider wieder einmal dank komplett ausgebucht privater und öffentlicher Alberguen in einem Motel unterkommen. Dies war preislich OK und ausstattungstechnich natürlich auf einem ganz anderen Level als die üblichen Pilger Alberguen, jedoch für ein Motel…naja, unterdurchschnittlich … Aber auch ich muss ja irgendwo schlafen und das Bett war zumindest schön hergerichtet und sehr bequem . (und nein, das auf dem Bett sind keine Kondome 😀 )

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Der Rest vom Abend verlief standartisiert mit Duschen, Versorgung meiner Blessuren, Abendessen, Arbeit am Blog und einer Mütze Schlaf..

Morgen gehts durch die nebligen Felder Galizien´s , Richtung  Sarria.

 

Zum Abschluss noch ein kleiner Screenshot meiner App, die die Begebenheiten meiner Tagesetappe zeigen.

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3 Gedanken zu „TAG #07 (TEIL 2) _ LA FABA – Triacastela“

  1. Prima das man doch so viele tolle Menschen dort trifft !!! Mach weiter so mein Freund??und Pflege Deine Knochen?☕. Liebe Grüße Bernd.

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