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Tag #12 Arzúa – Santiago de Compostella (ein frühzeitiges Ende)

Zusammen mit den Fetzen, die einst Füße waren und einer Hand voll  Pilger meiner Unterkunft, wobei in meinem Status auch irgendwie alleine, breche ich gegen 7:00 auf in Richtung „na man wird schon sehen“ . Zu meinem Erstaunen ist meine neu errungene Bekanntschaft vom Vorabend, der Junge Österreicher mit dem ich die unfassbar deliciouse Tiefkühlpizza verspeisen durfte (Achtung, Sarkasmus) bereit vor allen anderen gestarten. Wobei ich stark davon ausgehe, das selbst er (bezogen auf seine körperlichen Voraussetzungen) mich, nach nur wenigen Metern abgehangen hätte.

Als „Lone Wolf“ krame ich meine Kopfhörer aus der großen Bein Tasche und lasse mich wieder einmal von Hape Kerkeling begleiten. Das Komplette Hörbuch (Ich bin dann mal weg) kann man sich übrigens kostenlos im Probemonat von Audible runter laden .  

 

Die ersten Meter, immer noch Arzúa , sind sind im Vergleich gesetzt Landschaftlich eher unspektakulär, besonders wenn gefühlt mehr „Touristen Pilger“ an einem vorbei rennen als Vögel um einen kreisen.

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Zwar nicht spektakulär, aber durchaus einen genaueren Blick Wert (zumindest in meinen Augen) hingegen, ist eine Art „Verewigungs Plattform“ für Kreative Köpfe, genannt :                                            The Wall of Wisdom    (Die Wand der Weisheit)                                      An dieser hängen unzählige, eingeschweißte Karten/Blätter in A4 Format, welche mit den unterschiedlichsten Sprüchen, Mottos und „Weisheiten“ gespickt sind, alle verfasst in englisch und spanisch. Wobei ich diese eher als spirituelle Glückskeks Sprüche bezeichnen würde, die auch von halbwegs kreativen Werbetextern hätten seien können.

The Wall of Wisdomimg_1495 img_1496img_1497

Der weitere Weg führt mich über eine recht neu wirkende, lang gezogene Brücke. Diese führt über eine mächtig ausgehobene Schlucht/Graben, welche den Eindruck macht für einen Fluss konzipiert worden zu sein, oder zumindest mal hat einen durchführen lassen. Zusammen mit diesem wieder einmal traumhaft Wolken losem Himmel und strahlendem Sonnenschein, ein tolles Panorama, was trotz Baustellen Charakter den ein oder anderen Schnappschuss wert ist.

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Gegen 8:30 genehmige ich mir in dem kleinen Ort Calzada mein Frühstück, in Form eines verdammt süßen, aber leckeren Schoko Brötchens, einem großen frisch gepressten O-Saft und (wie sollte es auch anders sein) einem Café con Leché.img_1503

Als ich gerade in Gedanken schwebend an den letzten Schlücken meines Cafés nippe, höre ich von der Wegesseite eine weibliche Stimme in mittlerer Lautstärke meinen Namen rufen.                                   Ich glaub es nicht, wir haben uns seit Santa Catalina de Somoza, kurz vor meinem Aufstieg zum Cruz Ferro nicht mehr gesehen. Eine nette, sehr gesprächige Frau mittleren alters, Wohnhaft in der Eifel. (Leider habe ich ihren Namen nicht mehr auf dem Schirm)                             Sie ist am Morgen meines Aufstieges deutlich später los gelaufen, da sie in der Annahme war, man könne das Eisenkreuz nicht im Sonnenaufgang festhalten, bzw. die Sonne würde nicht richtig sichtbar durch den dichten tannen Wuchs dort oben. Als ich sie durch meine Aufnahmen vom eindeutigen Gegenteil überzeugte, kam in ihr ein hauch von Ärger und Enttäuschung auf, was aber von entzücken schnell wieder verdrängt wurde.  Hier nochmal eine kleine, visuelle Erinnerung, weil´s so schön war ! Cruz Ferrocruz

Natürlich haben wir uns viel zu erzählen, dies tuen wir  nach dem Entschluss, vorerst zusammen weiter zu laufen.                                          Nach einer knappen Stunde Fußmarsch kommen wir mitten im tiefsten Hinterland, in einem kleinen Ort namens O Outeiro an einem großen alten Steinhaus, welches jedoch ziemlich modern gehalten wird vorbei. Dieses birgt gleich zwei Sehenswürdigkeiten, zum einen eine etwa Bauchnabel hohe, lang gezogene Mauer, auf denen unzählige leere Flaschen, versehen mit den diversifiziertesten Sprüchen und Danksagungen anderer Pilger stehen. Zum anderer ein schickes Bistro/Bar, welches und quasi zum Kaffee trinken forciert.

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Als wir und weiter auf den Weg machen, ist unmittelbar hinter der nächsten Häuserecke der nächste Hingucker. Ein Haus, in dem man professionelle schwarz-weis Fotos machen lassen kann, die anschließend zur Verewigung au die Haus eigenen Fassade gehangen werden. Ob und was dies kostet und ob mann die Bilder auch alternativ mitnehmen kann (wer diese halt schleppen mag), habe ich nicht in Erfahrung gebracht, jedoch fand ich die Idee dahinter ganz nett.

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Weiter geht es durch den dichten und traumhaft schönen, schon fast verwunschen wirkenden Eukalyptus Wald durch O Pino.

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Neben Attraktionen wie unzähligen „100Touristen Pilgern, die mit ihrem 1,5 Kg „Hello Kitty“ Turnbeuteln zu kämpfen hatten und olympisch fahrenden Rad Pilgern, gab es sogar in diesem wundervollen Waldabschnitt echte Kunst zu bestaunen (Achtung, Sarkasmus) . Erschaffen von Öko Pilgern und benannt als „Müllhalde de Peregrinoimg_1513

Nur wenige Meter nach verlassen dieser Wunderschönen Wald Passage ist der Moment dann leider gekommen, wo sich unsere Wege endgültig trennen. Mir war diese Tatsache vollkommen bewusst, jedoch wollte ich den Moment und ihre Erwartungen mit dem Wissen und zu diesem Zeitpunkt nicht desillusionieren und unnötig traurig stimmen, also entschied ich mich, inne zu halten und sie nicht einzuweihen.! Mit den üblichen Worten „bis in Santiago“ und „Buen Camino“  machten wie die Sache klar. Alles Gute, auf deinem weiteren Wege !

Jeder weitere Schritt, den ich fortan alleine tat, machte mich ein Stück weit präsenter und mir dämmerte mehr und mehr, hier ist Schluss. Ich wusste zwar das dieser Moment an der Türe steht und kratzt, jedoch schiebt man dieses Gefühl, das mit dem Wissen einher geht, gerne einmal vor sich her oder verdrängt es gar.                         Aber Fakt ist, meine Füße können nicht mehr, laufen nur noch auf Notreserve. Der Punkt ist erreicht, an dem auch mein Wille nicht mehr ausreicht, um den Schmerz unterbewusst du Tapen und betäuben.

Ohne zu wissen, wie weit es zum nächsten Ort oder der nächsten Bar ist, marschiere  ich einfach los,  nunmehr mit wiederkehrenden Tränen, die im Augenwinkel herunter kullern, da ich auch nicht mehr mit positiven Ansporn aus meinem Unterbewusstsein getrieben werde und mich eher noch in meine Schmerzen hinein steigere, der „worst case“ .

In einer größeren Hotelanlage, kurz vor Salceda angekommen, bietet sich eine Empfangsdame Hilfsbereit und ordert mir ein Taxi mit der destionation Santiago. Dies würde mich in knapp 20 Minuten abholen, da der Weg hier hin sehr ländlich und zudem weiter ab von der nächst größeren Stadt, wie eben Santiago liegt. Mit einer eiskalten Cola light, die freundlicherweise aufs Haus ging, setzte ich mich auf die riesige Terrasse des Hotels und nutzte die verbleibende Zeit, um mir über „booking.com“ ein Hotel zu reservieren, was auch recht schnell, zuverlässig und zu einem annehmbaren Preis klappte, mit dem einzigen Defizit, das das Hotel eher am anderen Teil Santiago´s bezüglich des Busbahnhofes liegt, von dem aus ich später meine Heimreise antrete.

Während der Taxifahrt blickt ich nur trüb und enttäuscht aus dem Fenster, teilweise vorbei fahrend an anderen Pilgern. Nach ca 20 Minuten erreichten wir meine Bleibe für die nächsten zwei Tage, das schicke 2 Sterne Hotel „Windsor“, welches zwar etwas außerhalb, dennoch sehr Zentral zur Stadt gelegen ist.

Hier ein paar Einblicke, in das Hotel bzw. mein Zimmer. Ganz nach dem Motto „klein aber fein“img_1526 img_1524 img_1525 img_1527 img_1519

Als erstes entledigte ich mich grob meines Rucksackes und meiner Kleidung, und genehmigte mir eine schöne Dusche, in der es die reinste Qual war, barfuß zu stehen.                                                                            Anschließend breitete ich ein großes Handtuch auf dem Bett aus und kümmerte mit ausgiebig um meine Füße, die ich anschließend noch in Bepanthol Salbe „einlegte“.

Für den ein oder anderen mögen folgene Bilder evtl. unangemessen sein, jedoch möchte ich sie an dieser Stelle einmal anhängen, damit man sich ein kleines Bild vom Status meiner Füße machen kann. Ich hoffe das geht in Ordnung !?  Fertig gegessen ???9973f5bd-aad1-4758-b699-ab44dd0c6568 daac1119-d434-4a87-9114-4b6463c4c282

Nach der Fußpflege und einem gut tuhendem Telefonat mit der Familie, um diese natürlich auch über den neuesten Stand der Dinge zu bringen, ließ ich mich auf die Matratze fallen  und genehmigte mich ein paar Stunden Schlaf.

Am Späten Abend rappelte ich mich noch einmal zusammen und ging im 2 Häuser weiter gelegenen Supermarkt ein paar Getränke und Snacks einkaufen, um etwas unabhängiger von der Hotel Verpflegung zu sein. Wieder im Zimmer breitete ich mich mit etwas zu Essen, Saft, Schüttelkaffee und meinem Laptop am Schreibtisch aus und ergänzte lies die nächsten 2-3 Stunden in meinem Blog verschwinden.

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Dann war es, ich muss schon fast sagen, „endlich“ so weit, der Tag der Abreise. Um 10:00 holte mich das Taxi ab, welches ich mir noch vor meinem Frühstück im Hotel rufen lies. Während der Fahrt schaute ich mich in den Straßen Santiagos noch einmal ganz genau um, sammelte und genoss viele verschiedene Eindrücke und meine Laune hob sich drastisch, da ich noch einmal an alles schöne während meiner Reise erinnert wurde. Auch die Sonne schien wieder einmal traumhaft durch den Wolkenlosen Himmel, alles passt.!

Am großen Busbahnhof musste ich dann noch einmal eine knappe Stunde warten, während ich erfreulicher weise Bekanntschaft mit einer netten Deutschen Frau schließen durfte, die mir ebenfalls in meinem Bus Gesellschaft leistet  und nach dem mir nahe liegenden Duisburg befördert wird.

Der erste Bus, der und zum Verteiler Bahnhof bringen würde, war ein Traum. Modern, geräumig, klimatisiert, freies W-lan und vor allem sauber !img_1528

Als uns allerdings angekommen in Suco am Bahnhof der weiter führende Bus zugeteilt wurde, mit dem wir fast geschlagene 30 Stunden unterwegs seien würden zugeteilt wurde, verließ mich jegliche Hoffnung auf gutes in der Menschheit.

Exakt der selbe, klebrig-schmierige, ohne Fenster und unklimatisierte, einengende uralt Bus wie bereits auf meiner Hinreise.! Und als ob das nicht genug sei, exakt die gleichen beiden, mürrischen, unfreundlichen und ausschließlich Portugisisch sprechenden Busfahrer, wie auf der Hinfahrt.!  Hell Jeah !

Ich freute mich jedoch nur auf ein paar Stunden Schlaf mit meinem ultra günstigen Kunststoff Nackenhörnchen aus einem Rasthof für 20,-€. In ein paar Schnappschüssen aus dem Fenster habe ich die erstem Kilometer festgehalten und wie fertig ich war, nichts besonderes, aber ich hatte sie noch auf dem Handy.

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Hier ist der Moment gekommen, mich mit der aktiven Berichterstattung meiner Reise zu verabschieden, denn hier endet sie.

Ich möchte mich einmal ganz herzlich bei allen bedanken, die bis hier meine Geschichte und deren beinhaltenden Erlebnisse  mit Interesse verfolgt haben. Es hat mir unglaublich viel Spaß gemacht, all dies fest zu halten, für euch, aber auch genau so für mich selbst.!  Es war ein Abenteuer, welches ich nie zuvor erlebt habe, mit grandiosen Erlebnissen und Begegnungen, an die ich mich hoffentlich noch lange erinnern werde…. Und dies wird nicht mein letzter Camino gewesen sein 😉

Vielen Dank Freunde und weiterhin alles Gute,   euer Sascha

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Ps. Natürlich ist dies nicht das Ende des Blogs ! Fortan werde ich kontinuierlich den Inhalt ergänzen, aktualisieren und erweitern. Darüber hinaus würde ich mich über rege Beteiligung von euch in den Kommentaren freuen, ebenso wie Erlebnisse, Fotos etc. die ihr gerne beitragen könnt, alternativ auch gerne auf meiner Facebook Seite  ► Klick  ◄  fühlt euch frei.!                                                                            Also…Man liest sich  😉

 

 

Ich bin dann mal weg … Hape Kerkeling

Wenn die Verfilmung von Hape Kerkelings Reise über den Jakobsweg zumindest bei mir eher ein „naja“ ausgelöst hat, so kann ich jedoch sein Buch nur wärmstens weiter empfehlen !  Zwei mal habe ich das Buch „durchgesuchtet“ und das passende Hörbuch (von Hape persönlich eingesprochen) mittlerweile bereits zum vierten mal, davon allein zwei mal auf dem Camino  !                                      Aktuell kostet das Hörbuch bei Audible € 12,95 , jedoch könnt ihr euch über folgenden Link einen kostenlosen Probemonat sichern, ohne versteckte Kosten und könnt in diesem Monat ein Hörbuch nach Wahl und völlig egal zu welchem Preis, GRATIS downloaden ! Holt euch darüber z.B. das Buch von Hape und kündigt danach wieder, falls ihr anderweitig kein Interesse haben solltet, es lohnt sich, ist ein packendes Buck bzw. Hörbuch  🙂

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Tag #11 Boente – Arzúa

Heute wird es wieder Text lastig, u.a. mangels Bildmaterial aus Gründen, die bereits am Vortag zum tragen kamen. Dennoch viel Spaß den lese interessierten 😉  Die Reise geht weiter …

Am Morgen lassen wir und durch nichts aus der Ruhe bringen, weder von meinem Handy, welches um 5:30 inkl. vier maliger Schlummerfunktion im 8 Minuten Takt klingelt, noch von Zam´s Telefon um 6:00 und einer Snooze Funktion, die gefühlt eine Stunde, alle 5-6 Minuten aufheult.                                                                                         Ich würde nicht sagen, das es an dem ausgelassenen Vorabend lag, eher aus viel banaleren Gründen, das jedesmal wenn das/ein Handy klingelt, einer im müden Augenwinkel lunkert, das der andere auch bloß keine zu großen Anstalten macht, aus dem Bett zu kommen, um das als gelungene Ausrede zu nutzen, sich selbst noch einmal um zu drehen.                                                                                                                          Dieses Spiel zieht sich noch bis für unsere Verhältnisse unglaubliche 7:15, bis Zam (höchstwahrscheinlich vom schlechten Gewissen zerfressen..Hehe) den ersten Schritt wagt und sich aus dem Bett bequemt, vorauf ich natürlich wenn auch nur minder motiviert einsteige und beim auf die Bettkante setzen fest stelle, als meine Füße den Boden berühren, das ich am besten den ganzen Tag liegen geblieben wäre.

Zumindest bei einem geplant aktiven Lauftag, haben meine Füße auf dem bislang zurückgelegten Camino nicht so geweint und aufgeschrieen wie heute.! Nicht nur das normalen Schwellungen, verursacht durch die unzähligen Blasen sich heute wahnsinnig gereizt und wund anfühlen, zudem ist der gesamte Fuß bis über das Gelenk Angeschwollen, wenn auch nicht beunruhigend voluminös, aber immerhin so das ich reichlich Schwierigkeiten habe, in meine Schuhe zu kommen.

Während Zam im Bad ist, habe ich heute enorm schwer mit mir zu kämpfen, da mein Kopf mit allen Mitteln versucht, mich vom weiter laufen in diesem physischen Stadium ab zu halten. Ich bin wirklich einen µ (mü) davon entfernt, Zam die Nachricht meiner heutigen Stagnation mit zu teilen, doch unerklärlich wie viele Phänomene auf dieser Reise nunmal sind, habe ich mich noch während des ganzen denk Prozesses bereits vollständig angezogen und habe meinem Kopf somit unbewusst meine Antwort übermittelt.

Ich hänge noch einmal ein älteres Bild an, welches die interne Konfrontation in meinem Kopf denke ich gut wieder gibt, da ich in oben beschriebenen Moment anscheinend unterbewusst selbst daran dachte, als ich dieses bereits zuvor in einem Facebook Post als Metapher benutzt habe.IMG_1361

Wir verlassen also gemeinsam das Motel und dürfen tolle Erinnerungen mitnehmen, die das Puzzel des Camino´s wieder um ein weiteres wundervolles Teil ergänzen. Ich merke jedoch mit den ersten Schritten über die grob gepflasterte Straße, das ich schon bald vorzeitigen Abschied auf Zeit von meiner tollen Begleitung nehmen muss, da ich das Tempo, welches meine forsche Zam an den Tag legt, wenn auch stark zu meinen Gunsten reduziert, nicht annähernd mithalten kann.

Wir brauchen gar nicht darüber reden, sondern verstehen uns Wortlos, nur durch Verständnis der Emotionen des anderen und so lasse ich mich in meinem humpelnden Gang immer mehr nach hinten fallen, mit letzter Anmerkung  Zam´s, wie würden uns eh bei der nächsten Bar auf einen Café wieder sehen und wenn ich eines gelernt habe, in den vielen Unterrichts Stunden, welche der Camino mir erteilt hat ist, das eine Verabschiedung auf diesem Weg nur ein saloppes Umgangswort für „bis später“ ist.

Als der Abstand die Größe des Sicht Verlustes zu Zam erreicht hat, schaffe ich mir leichte Abhilfe, indem ich wieder zu meinen Kopfhörern + Audible greife und mir durch meine eingeschränkte lauf Geschwindigkeit die Zeit nehme, der gesamten Umgebung wieder mehr Aufmerksamkeit zu schenken, auch da zumindest gerade, durch unser spätes los laufen viele der „100“ Pilger bereits vor mir sind.

100%tig ist auch Zam bei diesen zwei liebeshungrigen Kerlchen auf eine streichel Einheit stehen geblieben 😉IMG_1484

Nach etwa 7 Km durch teils wunderschöne Eukalyptus Landschaften in Boente angekommen, sehe ich in nicht allzu weiter Ferne an einer Bar mit großem Terrassen Bereich, welcher durch vielflächige Schirm Abdeckung angenehm im Schatten liegt, nur wenig verwundert Zam sitzen, die asbald aufsteht und mit schwingenden Bein Bewegungen versucht zu signalisieren, dass auch sie mich entdeckt hat 🙂

Auch mir ist nach einem guten Frühstück mit Focus auf meinen heiß geliebten Café con Leché , so dass ich mir dies, inkl. übergroßem Pilgerstempel in der Bar besorge und mich nach draußen zu Zam geselle.

Es gibt.. Café , ein Viertel mächtigem Käse-Schinken Omelett und 2 großen Scheiben getoastetem Brot mit Butter.IMG_1485

Das Frühstück schmeckt wirklich lecker, ist aber definitiv zu viel bzw. zu Mächtig, so dass ich erst einmal mit überfülltem „Bläh“ Bauch da sitze und meine Hose lockern muss.

Mit fast unveränderten Schmerzen in den Füßen, jedoch durch das Einlaufen abgeschwächt, ist es mir möglich, vorerst mit Zam weiter zu laufen, sogar annähernd im selben Tempo. Ihr heutiges Etappen Ziel ist Santa Irene, welches bei bestem Willen für mich außer Frage steht. Ich denke gut selbst eingeschätzt wäre meinerseits Arzúa realistisch, vorausgesetzt wäre natürlich ein freies Bett.

Noch bereits vor erreichen des knapp 6,7 Km entfernten Ribadiso´s , verlieren wir und wieder komplett aus den Augen. Eine kleine Brücke mit schönem, ruhigem Bachverlauf führt in die kleine Ortschaft, die außer mit schönem Baustile, noch mit drei Herbergen und diversen Eß Möglichkeiten aufwartet.

Ich setze meine Reise jedoch ohne Verbleib fort, da mein angesetztes Tagesziel „nur“ noch knappe 2,6 Km entfernt liegt und sich dort zudem Möglichkeiten zum Einkaufen, Apotheken, Restaurants und zur Not auch öffentliche Verkehrsmittel bieten.

Mit mittlerweile wieder völlig überreizten Füßen komme ich im schönen und ziemlich modernen Arzúa an. Passend zu meiner Misere muss ich leider fest stellen, das es anscheinend in der ganzen Stadt, die alles andere als klein ist und alleine laut meines schlauen Buches schon 11 Herbergen und unzählige Pensionen und Hotels umfasst, nicht ein freies Bett mehr gibt.!

Als ich in einer Albergue, der letzten bereits nahe am Ortsausgang anfrage, bekomme ich vorerst ebenfalls eine Absage. Ich falle fast schon in eine niedergeschlagene Stimmung, auch was meine Stimme angeht, um der netten Herbergsmutter meine Misere und deren beigefügte physischen Einschränkung zu verdeutlichen. Als ich ihr in dieser Ausführung noch verständlich mache, das ich bereits in allen Herbergen und Hotels vorständig war, jedoch ohne Erfolg, bittet sie mich mit eingefallenem Gesicht, kurz zu warten und schaut noch einmal eingängig nach. Und… Tatsächlich bekomme ich noch einen freien Schlafplatz auf der obersten Etage eines Hochbettes, welches ich ohne zu überlegen Dankbar annehme.!

Ich lade Meinen Rucksack ab, richte schon einmal grob meinen Schlafplatz ein und nutze erstmalig die Gelegenheit einer Waschmaschine, in der Hoffnung meine Kleidung einmal nicht nur von dem ganzen Sand und Staub zu befreien, sondern im optimal Fall auch noch vom Schweiß Geruch, dies war mir bislang bei der fast täglichen Handwäsche nicht gelungen und wäre doch echt mal ein schönen Benefit.  (hat leider nicht annähernd funktioniert, denke mal das sie nicht einmal Weichspüler, richtiges Waschpulver oder der gleichen benutzt hat) In der Zeit, die die Maschine braucht, besorge ich nach einer erfrischenden Dusche in meiner ersten gemischten Dusche (für Männer & Frauen zugleich) ein paar Dinge aus dem naheliegenden Supermarkt und kann direkt im Anschluss meine Wäsche auf der Leine, die vor dem Fenster an die Fassade gespannt ist aufhängen. Bei der aktuellen Temperatur und der fast perfekten Sonneneinstrahlung sind die Klamotten im Handumdrehen trocken !

Wieder auf dem Zimmer mache ich es mir den Umständen möglich,  auf dem Bett gemütlich und versorge penibel und ausführlich meine Füße. Das übliche Pilger Prozedere, Blasen aufstechen, austrocknen lassen und Tapen, alte Blasen kontrollieren und neu versorgen, Füße eincremen/einmassieren usw…  Während dessen freunde ich mich mit meinem „unter“ Etagen Nachbarn, einem jungen Österreicher an und bald landen wir in einer langandauernden Konversation u.a. über Erfahrungen während des Weges, Beweggründe etc..

Diese setzen wir bei einem Späteren Abendessen in einer Pizzeria, die direkt an der Albergue anschließt fort, diesmal taktisch gewählt um Punkt 19:00 😉

Die gute Nachricht, ich habe meine Pizza bekommen. Die wohl etwas enttäuschendere ist wohl, das sie unsere Pizza aus der im Raum stehenden Tiefkühltruhe entnommen hat und diese wie auch in der guten Heimat, nur schnell in den vorgeheizten Backofen geworfen hat. Erst war ich etwas verwundert, wie hierbei auch noch so eine preis zu Stande kommt, hinterher habe ich nur noch darüber gelacht, und wollte Spaßes halber vor den Augen der Kellnerin der Tiefkühltruhe mein Trinkgeld auf den Schiebedeckel legen 🙂

Das Fazit, meine Pizza Salami pikante hat ganz gut geschmeckt und auch ordentlich satt gemacht, dabei hatte ich zwei Colá Zeros und als „unbestellten“ gratis Nachtisch gab es noch jeweils ein Stück des traditionellen Pilger Nuss Kuchens, ziemlich süß, aber sehr lecker wie ich finde.

Die Pizza war lustig, jedoch kein Foto Wert, anders als der leckere Kucken.. Dabei habe ich mir natürlich standartisiert einen Café con Leché bestellt 😉IMG_1490

Mit kleinem Happy End geht dieser sehr durchwachsene Tag zu Ende. Bei fast schon schwindend  geringer Hoffnung warte ich ab, was meine Füße mir Morgen früh zu erzählen haben. Für´s erste gehts jetzt auf die Matratze, meiner „Maschine“ etwas Ruhe und Regeneration zu gönnen..  Gute Nacht !

 

 

Tag #10 _ San Silvestre (Barbadelo) – Melide

Vorwort:  An diesem Tag fallen meine Foto Aufnahmen sehr gering aus, da ich meiner Füße geschuldet, viel Aufmerksamkeit auf eine sichere und korrekte Laufweise mit meinen Walking Stick´s lege und jedes Foto voraussetzt, die Stöcke abzulegen und das Handy aus der Tasche zu zücken. Dafür ist der Textliche Teil etwas ausgeprägter und bietet hoffentlich einigermaßen Ausgleich.!   Danke  🙂    

Am Morgen komme ich mental gut aus dem Bett, jedoch das erste Auftreten verrät mir, das der Etappenstart inkl. der ersten Kilometer wieder durchaus Qualvoll beginnen wird, da alle Stellen, die mit Blasen versehen sind, oder waren nicht nur angeschwollen sind, sich zudem auch noch teilweise ordentlich entzündet anfühlen.

Ich komme gerade mit dem rechten Fuß kaum in die Schuhe rein, schaffe es aber mit zusammen gebissenen Zähnen und ein wenig groben rütteln dennoch. Eigentlich wollte ich mir, da es gerade zeitlich passte, noch einen schnellen Café an der Hauseigenen Bar gönnen, bevor es losgeht, jedoch war bereits um 6:30 so viel los, da nicht nur Gäste des Hotels, sondern zusätzlich Pilger aus umliegenden Alberguen hergefunden hatten.

Also ohne „externen Turbo“ raus in die angenehme Galizische Morgenluft und erstmals seit Anbeginn meiner Reise verspürte ich das verlangen, mir meine Kopfhörer einzuklinken und mir über Audible (das ist eine Hörbuch App) etwas in die Ohren säuseln zu lassen. Ich denke u.a. um meine Gedanken so gut wie möglich vom Schmerz zu lösen, da diese „Technik“ bislang, wenn oft auch unbewusst sehr gut in Kombination mit Menschlicher Begleitung funktioniert hat. Ihr lauft zusammen, konzentriert euch teilweise auf komplett andere Dinge, auch bezüglich der Umgebung und wenn ihr in einer Unterhaltung oder oftmals tiefsinnigen Gesprächen steckt, sind die Schmerzen einfach nicht, bis unterschwellig nicht vorhanden.. Bis ihr sie euch wieder ins Gedächtnis ruft, oder euch jemand Interesse halber fragt „wie geht´s den Füßen ?“ und ihr euer Gehirn quasi dazu zwingen müsst, zwecks geforderter Antwort darüber nachzudenken.

Es schien zu funktionieren, wenn auch nur stark begrenzt, da gerade meine Füße mittlerweile ein Stadium erreicht haben, in dem zumindest in Deutschland (nur ein Beispiel, da mein Herkunftsland)  aus medizinischer Sicht „niemand“ mehr freiwillig einen „Fuß“ vor die Türe, geschweige denn zur Arbeit setzen würde, wenn nicht sein Leben davon abhinge, um es einmal sehr hyperbel auszudrücken.

Beim Einmarsch in das kleine Örtchen Airexe, welches auch die ein oder andere Albergue und Bar beinhaltet, entschied ich mich,          5.6 Km nach Etappenstart mein Frühstück in einer Bar mir großzügigem Außenbereich nachzuholen, gerade weil hier seltsamerweise niemand sitzt und es einfach einen ruhigen Eindruck macht.                                                                                                                                      Es gibt zwei Schoko Croissants und einen Café con Leché für mich und einen obligatorischen Stempel für die Credencial.

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Die zwei Brötchen stopfen ganz schön, also stopfe ich meine dicken Füße wieder in die Schuhe, sattele meinen immer noch viel zu schweren Rucksack auf und mich mache mich mit vollem Bauch wieder auf den Weg Richtung 8 Km entfernten Palas de Rei .

Die folgende Etappe ist Verhältnis mäßig angenehm zu laufen. Wenig Asphaltierte Straßen und viel Sandige/Erdige Pfade, zwar mit viel Schotter und Kies dazwischen, jedoch eine deutlich angenehmere Resonanz für meine Fuß Sohlen.  Auch die Umgebung kann sich wieder einmal sehen lassen, der Abschnitt ist „gepflastert“ mit riesigen, wunderschön Baby blau farbenen Blumenbüscheln, die in den Weg hinein ragen.

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Leider habe ich nicht ein Foto, auf meinem Weg durch Palas de Rei gemacht, zumal dies ein recht großer Ort (keine Stadt) ist, mit einigen Hotels, vielen Alberguen, Fußball & Tennis Plätzen, 1 Km entfernt eine Apotheke & einen Supermarkt, eine kleine Bus Station und einen riesigen grünen Park mit traumhaften Möglichkeiten an schönen Holzbänken zu sitzen und vorhandenen Feuerstationen zu grillen ist.

Tagesziel war jedoch das weiterhin knapp 14 Km entfernte Melide.

Ich verlasse gerade das Ende des Ortes, nachdem ich meinen Compeed Vorrat an der Örtlichen Apotheke noch einmal aufgestockt habe und sehe an mir vorbeilaufen, als ich gerade noch meinen Rucksack zurecht zurre, meine alte Bekannte Zam aus Kanada.!  Meinen ersten Nachruf bekommt sie nicht mit, so laufe ich ihr ein paar Meter hinterher und mache, unmittelbar hinter ihr stehend schon fast kindlich quiekende Geräusche, um ihre Aufmerksamkeit zu bekommen. So albern es auch ist, zumindest hat es nicht sein Ziel verfehlt, so das sie sich umdreht und nach wirklich kurzem Smalltalk laufen wir zusammen weiter. Zam ist halt immer unter Strom. Eine Power Frau, die bereits über 750 Km hinter sich hat, da sie in Saint Jean Pied de Port , also am Weges Ursprung gestartet ist, Wahnsinn ! Was sie wohl unverwechselbar macht, ist ihre fast schon Maskulin wirkende, schrille Lache.. und sie lacht viel, eine echte Frohnatur, wohl nicht zuletzt das sie im Leben bereits einiges durch gemacht hat und jetzt mit voller Power zurück schlägt ! Oftmals gebe ich ihr kleine Spitzen, weil ich immer wieder einbaue, das sie ja aus Brasilien komme, da sie gerade auch durch die ordentlichen 5 Wochen Spanien Sonne, sehr gut gebräunt aus solche auszumachen wäre.. Dies nimmt sie mit Humor und mir zugute auch als Kompliment an..

Auf dem langen Waldstück nach San Xulián findet man in 50 Meter Abständen, solch seltsame Gebilde am Wegesrand. Die genaue Funktion, sofern überhaupt vorhanden, ist mir bis heute unbekannt. Zumindest in meiner Fantasie stelle ich mir interessante Licht Spiele (spiegelungen) vor, je nach dem wie die Sonne, gerade in der Morgen/Abend Dämmerung, durch die Baumdecke bricht und die schräg angeordneten Spiegel, eingelassen in diesem seltsamen Metallgehäuse trifft.

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Auf der Höhe des kleinen Verschlages Casanova, entscheiden wir gemeinsam, uns auf ein kaltes Getränk und neu Befüllung unserer Wasser Vorräte an einem kleinen, Biergarten ähnlichen Café zu pausieren.

Ich genehmige mir meine Colá mit Eis, Zam natürlich wieder ein kühles Bier 🙂   Und natürlich einen Stempel für die Credencial.

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Die letzten 9,6 Km nach Melide scheinen sich ewig in die Länge zu ziehen. Die Anwesenheit der Natur begrenzt sich meistens auf ein Minimum, dafür vertretend kämpfen weit auseinander gelegte Stein Platten und spitz steinige Schotter Pfade gegen meine so wie so schon nur noch auf Reserve laufenden Füße und Landschaften, die mit viel Hauptstraße und Industrie um den ersten Platz der Unbedeutsamkeit  antreten.

Endlich in Melide einmarschiert, werden wir wieder einmal mit den dunkel grauen Wolken überzogen, die von den „100“ Pilgern mitgezogen wird. Keine freien Alberguen, selbst mit Hotels / Motels und Pensionen haben wir vorerst kein Glück und Melide ist definitiv keine kleine Stadt !

Erst ca. 5 geh Minuten vor Ortsausgang, in einer schicken kleinen eck-Pension werden für fündig und bekommen tatsächlich noch ein verhältnismäßig bezahlbares DZ zugeteilt, erfreulicherweise wieder mit eigener Dusche (die noch ein paar Überraschungen auf Lager hat) .   Auf dem Zimmer richten wir uns schon einmal grob ein und während Zam bereits die „Erlebnis Dusche“ unter Beschlag nimmt, Regel ich die Bürokratischen Dinge bezüglich des Zimmers mit der netten Bardame am Tresen. 

Nachdem ich ebenfalls Bekanntschaft mit der Dusche schließen durfte, hat diese nach Gebrauch nicht nur keine Schiebetüre, sondern auch keine Duschkopf Halterung mehr  😀 , das meinte ich mit „Erlebnis Dusche“  .  Hehe !                                                                              Meinen Füßen ist definitiv nach Bettruhe, jedoch haben wir den letzten Bissen beide jeweils in den frühen Morgenstunden zu uns genommen, so dass wir und wieder etwas Stadtfein machen und eines der zahlreichen Restaurants vor Ort aufsuchen. Eigentlich hatte ich bereits beim Durchmarsch Melide´s eine Pizzeria in den Kopf gesetzt, ein Restaurant mit dieser im Angebot suchten wir folglich auch auf, nur leider habe ich wieder die Siesta verträumt, die in Spanien erst um 19:00 endet. Glücklicherweise konnte der Laden aber mit einem Plan B, in Form von selbst gemachten Hamburgern aufwarten, die nicht nur durch ihre Größe, zudem auch mit ihrem deftig intensiven Geschmack überzeugen konnten. Vorerst gab es für mich natürlich wieder einen schmackhaften Café con Leché, gefolgt von einer kalte Colá light zum Burger.  Zam speiste identisch, außer das ihr Burger aus irgendwelchen Gründen, die höchst wahrscheinlich nur die Illuminaten beantworten können, mit anderem Burger Brot bestückt war.

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Vollkommen gesättigt, halten wir auf dem Rückweg in unsere Pension noch kurz in einer Art Kiosk, in dem ich mir noch Wasser für den Rest des Tages und für den morgigen kaufe und Zam greift sich eine hochwertige 4,50€ Flasche Wein, die sie noch mit mir entleeren möchte, wo gegen ich anhand der Gesamt Situation nicht das geringste einzuwenden habe. Während wir uns in aller Bequemlichkeit die Flasche auf dem Zimmer zu Leibe führen, nehmen wir die zweite, die wir in der Pension eigenen Bar erwerben, außerhalb auf der Terrasse zu uns. Auch wenn ich absolut kein Wein Typ bin und auch sonst während meines Spanien Aufenthalten nicht im Ansatz über so eine Art Abend  nachgedacht habe, fühle ich mich äußerst Wohl und schätze Zam´s Anwesenheit und unsere Tiefgründigen Gespräche sehr. Ich bin froh das sich der   für mich, besonders physisch gesehen, sehr anstrengende und schmerzhafte Tag in diese Richtung entwickelt hat und wir gemeinsam die bereits verstrichene Zeit auf sehr intensiver Ebene haben Revue passieren lassen und uns darüber austauschen konnten.

Ein Tag, den ich gerne als ein Potpourri  der Gefühle bezeichnen würde, geht zu Ende. Der Wein lässt mich zügig und fest schlafen… Wie ein Baby.      Gute Nacht !

 

Eingebung des Tages:   Auch einmal gegen seine Gewohnheiten, oder gar Paradigmen zu agieren, ist kein Zeichen von Schwäche oder Disziplinlosigkeit, sondern kann sich gar äußerst positiv auf die Entwicklung des Mindset´s und folglich auf die Persönlichkeit auswirken.                                                                                                                                Danke Tony Robbins  🙂 

Tag #09 _ Portomarin – Gonzar

Der Morgen beginnt mit den üblichen Prozedere nur mit diesmaliger Möglichkeit, mir vor dem Aufbruch noch einen leckeren Café vom Hauseigenen Automaten zu genehmigen. Diesen gönne ich mir in aller Ruhe am Brunnen, an dem ich Tags zuvor bereits meine müden Füße kühlen durfte 🙂                                                                           Herrlich..Ein Café, Dunkelheit mit leichtem Scheinwerferlicht und diese super angenehme, frische Morgenluft bei 16 Grad..!

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Die ersten Kilometer sind wieder eine einzige (Körperliche) Qual, da sich die Wunden Füße und die Kniegelenke trotz morgendlicher dehn-Routine erst einmal warm/einlaufen müssen.                         Jedoch hindert diese Tatsache nichts daran, das die Landschaft, teils eingetaucht in dichten Nebelwänden, wieder einmal nichts als ein Cinematischer Traum ist..                                                                                          Ich denke mal, das nicht jeder meine Ansicht beim betrachten dieser Bilder nachvollziehen kann. In Deutschland währe dieser Anblick wahrscheinlich das fast schon alltäglich verregnete „Schmuddelwetter“  ..Jedoch wenn man täglich Temperaturen von über 30 Grad, bei Wolkenlosen Himmel „ausgesetzt“ ist, wirken diese morgendlichen Begebenheiten wie einer Art Parallelwelt gleich..!

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Wie es der Zufall des Weges so will, treffe ich bei kleiner Pause an obigen Wasserbecken, meine Koreanischen Freunde wieder.. Ich freue mich total, allerdings ohne wirklichen überraschung´s Effekt, da es auf den letzten Tagesetappen schon fast zur Normalität geworden ist, alten Weggefährten wieder zu begegnen. Eine herzliche Begrüßung und eine Umarmung mit ihrem Vater ist Standart, so viel Zeit muss sein 🙂 . Bei den üblichen Smalltalks und Blödeleien, laufen wir selbstredend zusammen weiter, vorbei an teils wieder sehr schönen und durchaus Bild würdigen Kulissen .

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Klar…Als wenn ich jetzt Aufgeben würde  !

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Mann sollte nicht immer auf den „Weg“ hören !!!

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Der Nebel lichtet sich und sie Sonne entfaltet schon bald ihre volle Kraft und Schönheit. Meinen Blessuren geschuldet, dauert es nun auch nicht mehr lange, bis sich der Abstand zu meinen Freunden so  vergrößert, das wir uns komplett aus den Augen verlieren. Dies gibt mir jedoch die Möglichkeit, mich wieder einzig auf mich, meine Gedanken und meinen Körper zu konzentrieren. So pendele ich mein Tempo auf ein erträgliches Maß ein und setzte den Camino „vorerst“ alleine fort.

Meine nächste Begleitung lässt allerdings nicht lange auf sich warten..  Als ich den schmucklosen, jedoch sehr Symbolträchtigen Meilenstein passiere, der die letzten, glatten 100Km aufzeigt, treffe ich dort einen jungen Deutschen Mann, den ich zuvor nur flüchtig in einer Bar kennen gelernt habe.

Nur noch 100Km !IMG_1377

Seinem Äußeren geschuldet, nenne ich den Kollegen fortan nur noch „Viking“ , denn er sieht meines Erachtens aus, wie ein echter Vikinger.

Und wieder bieten sich viele schöne Panoramen um die Kamera zum Einsatz zu bringen. Heute mal ein etwas Bild lastiger Beitrag, hoffe es geht in Ordnung 😉

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Ca 17Km nach Tagesaufbruch durchquere ich das letzte kleine Dorf Vilacha, bevor die schöne Landschaft und deren mit tollen Steinmauern verzierten Wege, den ersten Blick auf das verwunschene Portomarin frei geben.

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Portomarin (das Neue), die sogenannte „versunkene Stadt“, da das alte Porto in den 60er Jahren komplett im Wasser des Stausees versank ! Hier kann man tatsächlich, je nach dem auf welchen Teil dieses Riesen See´s/Flusses man schaut, nochTeilstücke und herausragende , Schilder, Ruinen und Hausdächer erspähen, die von einer früheren Überflutung der Stadt übrig geblieben sind, zumindest sichtbar.

Für mich ist Portomarin einer der Highlights auf dem Camino , von der Geschichte, über das grandiose Panorama mit diesem mächtigem Fluß um die komplette Stadt, bis hin zum Innenteil selbst, der sogar vergleichsweise recht modern wirkt.

Allein dieser steile Latrinen artige  Weg, der schon für Fuß Pilger eine kleine Herausforderung darstellt und ich habe weiter vor mir Paare mit Kinderwagen gesehen, wobei ich mich Frage, wie diese es heil nach unten geschafft haben, bis hin über die gigantische Brücke, die zum Festland führt, ist echt ein Erlebnis und Augenschmaus für sich. Mit Hilfe meines Vikinger Kollegen, sind mir wieder einmal ein paar schöne Aufnahmen gelungen, die denke ich sehr schön das geschriebene widerlegen können !?

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Eigentlich war unser beider Ziel, heute hier zu verbleiben, zumindest mein Kollege „muss“ bleiben, da er noch auf zurückliegende Freunde wartet , mit denen er bereits am Morgen eine Albergue reserviert hat. Schön, zumindest einer in trockenen Tüchern. Meine Füße würden auch liebend gern hier bleiben, jedoch ist es mir wieder einmal nicht möglich, noch einen freien Schlafplatz zu ergattern, außer in einem 2 Sterne Hotel, welches direkt an einem Hang am Rande Portos liegt und einen traumhaften Blick und Luxus bietet, jedoch zu einem gerade für Pilger schweißtreibenden Preis von 65€ für ein EZ !  NO WAY !

Also bleibt mir wieder nichts anderes übrig, als meinen Weg fort zu setzen.

Der Weg aus Portomarin führt über ein kleines geschlängeltes Stück Hauptstraße und wieder über eine schöne, jedoch kleinere Brücke, die direkt in einem neuen Waldabschnitt endet, in dem es erst einmal wieder steil Bergauf geht..Puuuh                                                     Als es wieder flacher wird, wechselt der Wald wieder in den für mich verwunschenen Parallelwelt Modus, der mit traumhaft dichten Eukalyptus Bäumen und spirituellen Holzkreuzen aufwartet an dem Pilger teils persönliche Gegenstände oder auch nur kleine Nachrichten hinterlassen. Dieses Stück nimmt mir durch seinen Zauber einen Teil meiner Last und des Schmerzes ab, den ich gerade trage, wenn ich auch nur nicht mehr dazu komme, daran zu denken.

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Anschließend weiter auf offenen Feldern und teils roterdigem Industrie/Fabrik Gebiet, wird es streckenweise sehr schwierig, die passenden Wegweiser ausfindig zu machen, oder auch die Pfeile richtig zu deuten, so dass ich mich tatsächlich auch einmal verlaufe, was mich Zeitlich vielleicht nur knappe 20 Minuten, jedoch Mental und physisch enorm viel Kraft kostet, nach diesem Tagesmarsch.

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Ich würde es nicht einmal Vorort oder überhaupt Dorf nennen, eher drei Häuser mit Bar in der Mitte. Auf jeden Fall ließ ich mich hier kurz nieder, um mir für den weiteren Weg eine große, eiskalte Flasche Wasser zu holen und für die kurze rast eine erfrischende Cola light mit Eis.

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Auf der letzten Etappe des Tages lag meine Aufmerksamkeit nur noch, eine Unterkunft mit Bett, Dusche und ordentlichem Abendessen zu finden, so das ich bis zu dieser, keine Fotos mehr aufgenommen habe. Hier habe ich mir dennoch meinen internen Spaß erlaubt, und nach dem Vorbild aus Hape Kerkelings Buch, dem Universum meinen Wunsch mitzuteilen. (Dies verstehen wahrscheinlich nur Leser des besagten Buches)

In einem winzigen Ort, eher einer kleinen Wohnstraße gleich, sehe ich dann endlich ein Schild mit dem Verweis auf eine schöne Pension mit EZ und anscheinend reichhaltiger Speise Möglichkeit. Das ist mein Laden denke ich und mache mich schnurstracks durch das große Eisentor in die Pension und an die Theke.  Mit leichten verständigungs Problemen ist es mir endlich möglich, ein halbwegs ordentliches EZ mit eigener Dusche für einen halbwegs bezahlbaren Kurs zu buchen.                                                                                                               Ich zahle Bar, nehme den Schlüssel entgegen und ziehe mich mit Eiswürfeln in Frischhaltefolie gepackt und einem Cornetto Eis in mein Zimmer zurück.

Das Zimmer ist recht klein, wirkt fast winzig, jedoch ist es sauber und hat eine eigene Dusche und ausreichend viele Strom Anschlüsse, sogar erstmalig im Bad selbst. Ich zeihe meine Klamotten aus, gönne mir mein Eis und versorge mich anschließend erst einmal wie gewohnt mit einer Dusche, Eiswürfeln für meine Knie, säubern und tapen meiner Füße und bereite den Laptop vor, für einen neuen Blog Beitrag.

Mein Abendessen, zu welchem ich leider erst um 19:00 komme, (früher wird nicht gekocht) besteht aus einem leckeren Tomaten Salat, zwei Cola light und einem großen Käse-Schinken Omelett , welches ich irgendwie leider nicht fotografiert habe. Alles für knapp 14 wie ich finde teure €uro .

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Mit vollem Magen setze ich mich noch ca. 2,5 Std an meinen Blog und versinke gegen Mitternacht ins wohlverdiente Land der Träume.. Langsam geht es auf das Ende meiner Reise zu .!

Gute Nacht  🙂

 

 

Tag #08 (XXL) _ Sarria … oder doch noch weiter

Nach durchschnittlichem Schlaferlebnis und ver/vorsorgender Morgenroutine, mache ich mich ohne Frühstück und Kaffee auf den Weg.. Heutiges (eigentlich) Tagesetappenziel – Sarria

Sarria, dort wo üblicherweise die von mir betitelten „100“ anreisen. Gemeint sind diejenigen, die ca. 100-120 Km vor Santiago anreisen, um sich im Pilgerbüro dafür stolz ihre Urkunde aushändigen zu lassen .  Nunja, jeder mag davon denken und halten, was er mag.. Dazu jedoch später mehr.

Bei bereits fast vollständig aufgegangener Sonne erwarten mich auf dem ersten langen Stück der Strecke wieder einmal tolle Landschaften und Waldabschnitte, später Richtung offener Felder sogar spektakulär mit einer dichten Nebel Schicht überzogen, was alles wirken lässt wie in einem Film mit tollen Effekten.!

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Etwas weiter unten im Tal, hole ich dann nach bereits knapp 8 Km zurückgelegter Strecke mein Frühstück auf einer rustikalen Holzbank nach, welches aus einem selbst gemachten Salami Baguett besteht, das reicht erst einmal bis zum nächsten Ort.

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Gerade bin ich fertig und sattele meinen Rucksack auf, da schreiten 3 Pilger rufend den Hang in meine Richtung hinunter „Saschaaaa“ Saschaaaa“ .. Was eine schöne Überraschung, meine Koreanischen Freunde wieder einmal ! Somit setzten wir den Weg vorerst wieder zusammen fort, was mich überaus freut und zumindest für eine Weile meine Fuß und Knie Schmerzen „vergessen“ (oder eher unterdrücken) lässt.

Nun werden die Felder wieder sehr weitläufig, offen und schaffen eine erstklassige Atmosphäre durch den sehr dichten und kurzsichtigen Nebel. So konnte ich ein paar sehr schöne Aufnahmen von mir und meinen Freunden machen.

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Weiter durch sehr interessante und nett anschauliche Stein und Sandpisten, durch den winzigen Vorort San Memede, an einer schicken zugewachsenen Albergue vorbei, erreichen wir die Großstadt Sarria,  primärer Ankunftsort der „100“  😉

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Für mich ist Sarria eine große und abwechslungsreiche Stadt mit angenehmen Sightseeing Potential.  Von div. Sehenswürdigkeiten, Informationsbüros, verschiedensten Restaurants und Bars, über Pharmacy und Shopping, hat man hier alles, was das Herz begehrt.

Was mir stets sehr gefällt, sind die grandiosen Wandmalereien und die schönen Muschelsymbole, die in den Pflastersteinen eingelassen sind und die Geschichte jeden Pilger´s ein Stück weit ergänzen.

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Nach einer recht langen Durchgehung  der Stadt, in der es trotz der massigen Unterkunftsmöglichkeiten , keine freien Betten mehr zu geben scheint, nicht zuletzt natürlich den vielen Touristen Pilgern geschuldet, die hier ihre „Reise“ beginnen, kommen wir fast am Ende Sarria´s an eine schöne kleine, am Hang gelegene Albergue mit schöner Bar, in der meine drei Freunde bereits durch ihre Bekannten, ebenso viele Betten vorgebucht bekommen haben.  Nicht unbedingt zu meinem Erstaunen erfahre ich, das es für mich leider keine Möglichkeit der Unterkunft mehr gibt.

Um mich neu zu Organisieren und umzuplanen, setzte ich mich erst einmal in die Bar und genehmige mir eine Cola Zero mit Eis, zu der als „Leckerlie“ ein Stück selbstgemachte Pizza gereicht wird und während ich so dahin schwelle und in meinem Büchlein blättere, lässt die nächste Überraschung auch nicht lange auf sich warten.

Meine Amerikanische Freundin Heather, die ich seit meiner Unterkunft in Foncebaddón nicht mehr gesehen habe, kommt auf einmal aus der Gästetoilette der Bar heraus und begrüßt mich überschwänglich. Zu meinem erstaunen stelle ich fest, das sie diejenige gewesen ist, die auf dem erbarmungslosen Abstieg hinter Cruz del Ferró fatal gestürzt ist und vorerst in ein Hospital musste.!  Was davon übrig ist, sind diverse Prellungen und Schürfwunden an, Beinen, Hüfte und Oberkörper, sowie ein ordentlich blau/lilanes Auge und Blessuren in der Mundhöhle, zum Glück jedoch kein Verlust eines Zahnes.  Was dagegen vollkommen unerschüttert geblieben ist, ist ihr Wille und Durchhaltevermögen, diesen Weg weiter zu beschreiten, mehr denn je. Was eine Powerfrau !

Also beschließen wir kurzerhand, zusammen weiter zu gehen. Sie hat doch tatsächlich vor, von hier aus noch die 16 Km bis nach Ferreiros zu gehen, ich jedoch soweit mich meine müden Füße tragen !

Ich packe vorerst ein Stück weit neue Energie, oder zumindest versucht mein Gehirn mir diese einzureden und wir schreiten weiter durch schöne Bauten, grüne Wälder und zuletzt noch einmal karges Land auf das die Nachmittagssonne unbarmherzig hinunter scheint, kaum ein Stückchen, welches für einen Moment Schatten spendet.

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Noch einmal knapp 1,5 Km hinter dem kleinen Ort Vilei, in dem ich leider auch kein Glück hatte, was einen Schlafplatz angeht, sehe ich auf offenen Feld an einer Gabelung ein Schild mit dem Namen Casa de Mona, welches auf ein „Grundstück“ knappe 100m den Berg fernab der Strecke hinweist. In meinem Buch ist nichts hiervon vermerkt, also schauen wir uns die Casa einmal aus der Nähe an und wagen den kleinen Schwenker.

Beim betreten des Grundstückes verliere ich kurz die Hoffnung, da alles eher wie eine riesige Finca im feinsten Mallorca Stiel aufwartet und nicht wie eine Unterkunft, in der Touristen oder gar Pilger unterkommen könnten. Dies stellt sich jedoch als Fehlannahme heraus und ich bekomme tatsächlich von der netten „Haus“ Wirtin ein EZ zugeteilt, welches zwar wieder einmal über meinem kalkulierten Budget liegt, jedoch zumindest durchaus unter den, was ich jemals vermutet hätte und da ich mehr oder weniger auch keine richtige Wahl, oder Alternative habe und keinen Schritt weiter gehen kann, nehme ich es .

Ich bedanke mich bei Heather, das sie mir dank ihrer sehr guten Spanisch Kenntnisse bezüglich der Buchung weiter helfen konnte und wir beschließen, bevor sie weiter zieht, noch ein ordentliches Pilgermenü zusammen zu dinieren.

Die folgenden Bilder geben hoffentlich gut die wunderschöne Finca und unser tolles, leckeres Abendessen, welches stets aus drei Gängen inkl. Wein besteht, wieder !

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Die Wände sind mit 1, 2 und 5 Cent Stücken beklebt, die Urlauber selbst anbringen können.IMG_1286

Gang 1. bestand aus einem sehr leckeren Tomatensalat, zudem eine Schale Brot und guter Wein (sofern ich das beurteilen kann)

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Gang 2. bestand meinerseits aus knusprigen, selbst gemachten Pommes und Hackfleisch Bällchen in leckerer Tomatensauße

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Gang 3. bestand in meinem Fall aus cremigen Eis, sehr lecker .  (alternativ gab es auch selbst gemachten Käse, oder Schokoladen Kuchen, Wackelpudding oder eine Art Tiramisú)

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Nach diesem wirklich erstklassigen Essen machte sich Heather leider wieder auf den Weg, schließlich hat sie noch ein paar Kilometer vor sich. Da eine Verabschiedung auf dem Camino aber nie eine wirkliche ist, fiel es uns dementsprechend auch nicht sehr schwer und sie zog von dannen.

Ich quartierte mich in meinem Zimmer ein, holte mir aus dem gemeinschaftlichen Pausenraum einen überraschend guten Café con Leché aus dem Automaten und eine Flasche Wasser und machte mich noch ein bisschen an meinen Blog.  Gegen späte 00:15 lies ich mich dann nur noch ins Bett fallen und lies die Augen am nächsten Morgen dem angenehmen Bett geschuldet eine Stunde länger als gewohnt zu.

Gute Nacht  🙂

 

 

TAG #07 (TEIL 2) _ LA FABA – Triacastela

Der Aufstieg startet direkt gnadenlos, jedoch mit einem Paradies für deutsche Pfandflaschen Sammler   😉 IMG_1112IMG_1113

Es ist zwar hart und sie Sonne brennt gnadenlos auf den wenig schattierten Pfad hinunter, aber für jede Anstrengung, jeden Schweißtropfen und jede Blase bedankt der Weg sich mit tollen, eindrucksvollen und weitläufigen Panoramen, die trotz der härte und des abverlangen´s nichts an dieser Tatsache ändern.

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Die Kombination aus Hitze, Aufstiegsgrad, spitzem Schottergestein als Bodenbelag und die Tatsache meiner defekten Knie und wunden Füße, machen es mir bald nicht mehr möglich, mit meinen beiden Begleiterinnen mitzuhalten und so trennen sich hinter der nächsten Kuppe unsere Wege.

Ungefähr 1,5 Std. alleinigem hinauf gekracksel später, bei dem mich gerade einmal eine Hand voll Italienischer und Spanischer Pilger überholen, erreiche ich zwar erschöpft, aber mächtig Stolz den Meilenstein der die offizielle Grenze zu Galizien Aufzeigt.!  Ein Pilger war so freundlich, den Moment mit mir festzuhalten…

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Der erste "Ganizische" Meilenstein.! Nur noch 160 Km :)
Der erste „Galizische“ Meilenstein.! Nur noch 160 Km 🙂

Der komplette Aufstieg auf die fast 1.400 Höhenmeter dauert allerdings noch etwas, aber wer die Spitze erreicht, wird mit wundervollen Aussichten und einem idyllischen Dorf mit schöner Kirche und ordentlichem Kaffee belohnt.!

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Als ich auf der Mauer sitze und hinter mir dieses mächtig weite Panorama glänzt, fühle ich mich unglaublich erfüllt und sehr Dankbar, hier sein zu „dürfen“ . Bei dem Schlendergang durch die Kirche und dem restliche Dorf, fühle ich mich, womöglich noch durch die vorherige Anstrengung in einen Trance ähnlichem Zustand versetzt, der mir ermöglicht, alle Eindrücke und Begebenheiten, sehr intensiv wahr zu nehmen.

So schön und beeindruckend auch alles ist, hat Hape Kerkeling in meinen Augen schon irgendwie recht, wenn er in seinem Buch schreibt : „alles hier ist sehr schön und beeindruckend, jedoch nur genau so viel, das man auch gerne wieder weiterzieht“  .. Dem kann ich bedenkenlos zustimmen !

Also ziehe ich weiter. Aus dem Dorf heraus, führt ein breiter Pfad wieder einmal einen steilen Hang, die letzten paar hundert Meter Hinauf durch die schönen Galizischen Grünflächen, die nicht nur anders, sondern angenehm anders duften und endlich über einen großen Teilabschnitt ordentlich Schatten bieten. Nach all den teilweise recht kargen, offenen und streckenweise Wüsten ähnlichen Abschnitten, ist es mir jetzt eine willkommene Abwechslung und Wohltat, durch diese Art leuchtend grünen“Urwald“ zu gehen.

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Komplett oben angekommen, wartet ein kleiner, um den Berg geschlungener Asphaltierter Abschnitt auf mich, der mich erneut der Sonne gnadenlos aussetzt. Der Weg hinunter vom Berg ist zwar gerade für meine Knie sehr strapazierend, aber bei weitem nicht so heftig, wie ich es erwartet hätte, zumindest habe ich mich ganz gut geschlagen, wage ich an dieser Stelle zu behaupten.

Knapp zwei Std. später habe ich gut die Hälfte gemeistert und zeige auf einem Foto, die bis dato hinter mir gelassene Strecke. Nun geht es etwas ebener an der Hauptstraße an ein paar netten Sehenswürdigkeiten vorbei, entlang eines Weges, an dem ein paar Häuser und eine wieder einmal schöne Kirche hängen.

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Von daaaaaa hinten bin ich gekommen 🙂

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Weiter an der reg befahrenen Straße entlang, bis der letzte Teil des Abstiegs auf mich wartet…

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Nun laufe ich schon knapp 25 Km den ganzen Tag Berg auf und ab, begleitet von der zwar schönen (und Vitamin D3 spendenden), aber überaus schweißtreibenden Sonne Spaniens und realisiere nur zwischendurch und für kurze Momente, das ich in meinem körperlichen Zustand, schon jetzt deutlich über der im Ratgeber empfohlenen Tages Strecke zurückgelegt habe und dafür immer noch ziemlich solide laufe. Ich bin irgendwie verdammt Stolz auf mich selbst und während ich an diesem Gedanken festhalte, schleppe ich mich den Weg auf eine kleine Straßenerhebung hinauf und sehe schräg links von mir, den ersten Brunnen an diesem Tag und freue mich übertrieben der Tatsache, gleich meine Flasche neu befüllen und meinen Kopf unter den kalten Strahl stecken zu können !!!      Ein grandioser Moment  🙂

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Bestimmt 15 Minuten haben ich und mein Kopf mit diesem Brunnen verbrach und nach würdiger Verabschiedung mit einem kräftigen Schluck von diesem setze ich den Weg fort.

1,5 Km später komme ich in das kleine, kaum auf der Karte zu findende Sabugos, in dem ich mir endlich meine Energiespeicher mit einem extra großen Käse-Schinken Baguette und einem leckeren Café con Leché auffüllen kann.  Dann gehts weiter Richtung dem immer noch knapp 7 Km entfernten Etappenziel Triacastela.

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Der die letzten Meter des Berges sind genauso steil, steinig und unangenehm zu gehen wie zuvor, jedoch durch die Gesamte Laufzeit, die ich heute bereits hinter mir habe und die chronisch herunter brennende Sonne, nun nur noch eine Qual, besonders da mir jetzt mein Wasser ausgeht und auf der gesamten Rest Strecke kein Brunnen o.ä. mehr vermerkt ist.!

Aber wie das erfahrungsgemäß auf dem Camino nun mal so ist, ist stets ein „gelber Engel“ zugegen. Heute in Form eines jungen Franzosen mit dem Namen Pjerre. Eine anregende Konversation auf englisch war sehr gut möglich und wir verstanden und prächtig und in vielen Dingen auf einem Nenner wieder, zudem er die gleiche haupt Motivation hat wie ich, diesen Weg zu gehen ! (Welche dies ist, möchte ich an dieser Stelle gerne für mich behalten! )

Durch seine Begleitung und angenehm lockere Art, verging die restliche Zeit annähernd wie im Flug und er füllte meine 0,5l Wasserflasche insgesamt 2 mal erneut mit seinen eigenen Vorräten auf, wofür ich ihm sehr Dankbar war und mich später selbstverständlich in anderer Form für revanchiert habe.

Endlich angekommen… Triacastela

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Mein „gelber Engel“ … Pjerre !!!

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Hier traf ich auch seit einer Woche das erste mal meine Koreanischen Freunde wieder, die mich erst nicht erkannten, da ich wohl angeblich so abgenommen hätte, welches Gefühl ich selbst nicht unbedingt hatte, aber gut. Das Gespräch fiel, meiner Verfassung geschuldet recht kurz aus und ich versorgte mich zusammen mit Pjerre noch etwas im naheliegenden Supermarkt, mit Wasser, Obst, Wurst und Brot.  Zum Abschied, da Pjerre fast immer in einem Zelt übernachtete, holte ich uns beiden noch ein leckeres „Cornetto XXL “ Eis und ihm noch eine Flasche Wasser, als kleines Dankeschön für seine Hilfe, das ist das mindeste !

Er zog darauf hin seines Weges und ich musste leider wieder einmal dank komplett ausgebucht privater und öffentlicher Alberguen in einem Motel unterkommen. Dies war preislich OK und ausstattungstechnich natürlich auf einem ganz anderen Level als die üblichen Pilger Alberguen, jedoch für ein Motel…naja, unterdurchschnittlich … Aber auch ich muss ja irgendwo schlafen und das Bett war zumindest schön hergerichtet und sehr bequem . (und nein, das auf dem Bett sind keine Kondome 😀 )

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Der Rest vom Abend verlief standartisiert mit Duschen, Versorgung meiner Blessuren, Abendessen, Arbeit am Blog und einer Mütze Schlaf..

Morgen gehts durch die nebligen Felder Galizien´s , Richtung  Sarria.

 

Zum Abschluss noch ein kleiner Screenshot meiner App, die die Begebenheiten meiner Tagesetappe zeigen.

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Tag #07 (Teil 1) _ Las Herreiras – La Faba

Heute wird der Tag der Herausforderungen..!  Ein Tag um wieder einmal Grenzen zu überschreiten, mental wie auch physisch..!                                       Mit einer Stunde länger als durchschnittlich bislang, war der Schlaf recht gut und Energiebringend…und die brauchen wir/ich auch heute ! Vor und liegt der auf- und Abstieg über die grünen, zum Großteil wunderschönen Hügel Galizien´s. Wieder einmal bis zu 1.450 Höhenmeter, auf und ab. Aber ganz langsam 🙂    

In der am Vorabend bereits gut ausgestatteten Küche, genehmigten wir uns noch „gemütlich“ einen schnellen Kaffee aus der Dose zum anrühren um den Motor etwas auf Touren zu bringen.

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Da wir wie bereits erwähnt, diesmal etwas länger an der Matratze horchten, hatte wir auch nur noch knapp eine halbe Stunde im „dunkeln“ zu laufen und wir machen uns aus dem schönen Vega de Valcarce an der wenig befahrenen Landstraße entlang, durch die beiden kleinen, direkt aneinander gereihten Orte Herreiras und Ruitelan, die mit teils schönen, aber meist eher unspektakulären kleinen Häuschen und Ruinen, Wandmalereien, einer Bar und ein paar sehr schicken Bachabschnitten aufwarten.

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Ein paar hundert Meter nach verlassen der Ortschaften und nach überqueren einer kleinen bachüberführenden Brücke, taucht hinter ein paar dichten Bäumen eine art Kunstakademie auf Spendenbasis auf, die in einem riesigen Gebäude, welches einem Bauernhof ähnelnd liegt. Bunte Malereien an den Fassaden, überall aushänge und Aufbauten der eigenst dort kreierten Dinge und schräg gegenüber auch einem großzügig mit Steinen „eingezäunten“ Wiesenabschnitt steht ein Baum, an dem Gruß und Dankeskarten / Briefe hängen. Super Idee!

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Schöne Autos gibt es auch in Spanien 🙂

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Schon fast am Ende von Ruitelan findet man auf der rechten Seite eine Art Reha Klinik im Freien, zumindest würde ich das vermuten, bei den Krankengymnastischen Geräten,  Wasserbecken, Aufbauten und anderen Begebenheiten.. Hoffe man kann es auf den Bildern zumindest erahnen !?

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Von hier aus einige Meter durch dichten Wald, über eine Brücke und noch einmal stramm bergauf ….. Ab hier geht es wieder steile, rutschige Schotter und Latrienen Pisten bergab. 

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Unten angekommen, wie ich es liebe mitten im Nirgendwo, ein paar „schöne“ Aufbauten zum pausieren und sogar zum Feuer machen / Grillen..

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Es folgen ein paar Meter Sandweg..Toll zu sehen und drüber nachzudenken, wie viele Menschen hier bereits entlang liefen und mit welchen Beweggründen..!

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Ein Bild, viele Geschichten !

So steil und unangenehm, wie es eben noch bergab ging, geht es auch wieder hinauf.. Bis wir das kleine am Hang gelegene Dorf          La Faba erreichen und uns endlich unseren wohl verdienten Café con Leché genehmigen und bei einem angenehmen Gespräch mit einer jungen Frau, gebürtig aus Hamburg, lebend und Arbeitend jedoch in Dubai ins Gespräch kommen, die und folglich auch ein Stückchen begleitet..

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Nach einen gut halbstündigen Pause und angenehm lockeren Gesprächen, machen wir und „vorerst“ zusammen auf den wohl bekannt heftigsten Berg des Jakobsweges, (auch sehr gut beschrieben u.a. im Buch von Hape Kerkeling „Ich bin dann mal weg“ ) der ebenso wie der am „Cruz del Ferró“ knapp 1.400 Höhenmeter fasst und nicht umsonst ein Hospital auf der Spitze trägt..!

Fortsetzung folgt…..

Tag #06 _ Pejere – Trabadelo – Vega de Valcarce

Heute komme ich gut aus dem Bett, liegt vielleicht daran, das uns einiges bevor steht (lange, Asphaltlastige Route, jedoch mit teils wundervollen Landschaften und flüssen) und so verlassen wir die Albergue gegen 6:00. Zwar steht hier im Empfangsraum immer ein Riesen Behältnis mit Kaffee parat, welcher auch im Preis inbegriffen ist, jedoch ist diese leider immer kalt !  Folglich geht es also ohne externen Energieschub Richtung Tagesziel Vega de Valcarce, welchen knapp 24 Km entfernt liegt.

Leider sind zwischen Km 2 und 4 , die Wegweiser so schlecht erkennbar, gerade in der Dunkelheit, dass wir an der Hauptstraße angekommen, leider die falsche Richtung einschlagen und einmal komplett um die Stadt im Kreis laufen und exakt wieder an unserer Herberge in einer Nebenstraße landen.! Also wieder 4 Km komplett an der Landstraße entlang und da es nun schon langsam hell wird, erkennen wir auch den alles entscheidenden Pfeil an einer Leitplanke . Knappe 500 Meter weiter geht es endlich wieder auf Feldwege ab und wir durchqueren das ca. 200 Meter lange, Urige und sehr ruhige Pejere.

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Auch hier bieten sich natürlich wieder Gelegenheiten zum rumalbern. Das Klo im freien mit ohne Abfluß 😀

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Weitere 5,3 Km weiter, großteils an den Hauptstraßen aber alle 50m den Fluß überquerend, da dieser in Schlangenlinie der Straße folgt, erreichen wir das Dorf Trabadelo.

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Ein paar hundert Meter nach Ortseingang kommt man an eine gemütliche Autobahnraststätte, die wir sofort aufsuchten, um Frühstück und Kaffee nachzuholen. Ein XXL Baguette mit Käse und Schinken und ein Café con Leché.

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In diesem Teil der Strecke gibt es unglaublich viele Katzen, so lässt der Besuch nicht lange auf sich warten.
In diesem Teil der Strecke gibt es unglaublich viele Katzen, so lässt der Besuch nicht lange auf sich warten.

Direkt gegenüber der Bar findet man eine sehr schöne Statue des Jakobus, mit einem Entfernungshinweis am unteren Teil. Santiago 190Km / Roncesvalles 559Km .

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Bestens gestärkt geht es weiter an ein paar Herbergen vorbei und nach Orts Ende wieder einmal viel Landstraße. Nach weiteren 4,3 Km auf dieser, durchqueren wir Portela, eher eine längere Straße mit Häusern als ein Dorf, obwohl es hier 3 Albergue´n gibt.

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Hier lasse ich es mir nicht nehmen, zumindest ein paar Minuten alleine in der kleinen aber sehr schönen Kirche einzukehren. Auch hier gibt es natürlich einen Stempel für die Credencial, den mann sich nach Eintrag in das Besucherbuch selbst geben kann.

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Weitere 1,7 Km der auf diesem teil sehr schönen Landstraße und wir erreichen unser Etappenziel , das ziemlich schöne Vega de Valcarce. Hier gibt es wieder Möglichkeiten zum Einkaufen, Essen gehen, Hotels und einer „Santander“ Bank, die bis auf bei Sparkassen Kunden und allen gängigen Kreditkarten, schon mal Probleme machen kann bezüglich inkompatiblität .

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Nachdem wir von drei Albergue´n eine Absage bekommen, entdecken wir recht unscheinbar, etwas vom Weg ab einen Hinweis auf eine Pension. Dieser gehen wir nach, jedoch ist das Haus selber so schwer als solche zu erkennen, das man erst ganz nah herantreten muss, um den Hinweis, das es sich um die Pension handele, zu erkennen. Pension Fernandez , dort klingeln wir und bekommen von der Herbergsmutter sofort einen freien Platz in dem 16 Betten starken Gemeinderaum zugeteilt, in dem wir glücklicherweise bis zum nächsten Tag komplett alleine bleiben. Einzig zwei der EZ im Obergeschoss werden gebucht, wenn man sich jedoch die sehr spartanischen Zimmer anschaut, sind 35€ eindeutig zu viel.!

In dem Preis von 8€ sind enthalten: Ein ordentliches Bett, 2 saubere Duschen und Toiletten, Waschmöglichkeiten für Anziehsachen, Küchenbenutzung inkl. aller Utensilien, wie Kaffee und Tee soviel mann möchte, Mikrowellen und Backofen Nutzung usw..!                                         Der Blick aus dem Schlafsaal ist auch nicht zu verachten…

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Nach dem Abendessen, welchen wir uns anhand von Lebensmitteln aus dem naheliegenden Supermarkt in der Pension´s Küche zusammengestellt haben, sitze ich noch ca. 2 Std. am Blog und gehe nach einem kleinen abkühlenden Spaziergang durchs Dorf gegen 23:30 schlafen, denn morgen klingelt der Wecker wieder um 5:30 .!

Gedanke des Tages: Um 6:00 in vollkommener Dunkelheit, nur mit Stirnlampe eine Hauptverkehrsstraße entlang zu laufen, ist doof 😉

Tag #05 _ Camponaraya – Villafranka del Bierzo

Mit zwar nicht wesentlich weniger Schlaf, als mit dem ich in Deutschland auskomme, aber allein der Anstrengung geschuldet, machen der „Mangel“ sich dennoch bemerkbar, gerade wenn mann 1,5 Std. Laufzeit in vollkommener Dunkelheit vor sich hat, da unterstützt nur die frische Morgenluft bei schattigen (für Spanische Verhältnisse) 18 Grad und die Vorfreude auf wieder einmal wunderschöne Landschaften und Menschlichen begegnungen.

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Aus den Resten der gestrig angeschafften Einkäufen, mache ich mich noch ein ca. 40cm Baguette in drei Stücke, je mit reichlich schmackhafter sehr leckerer und würziger Salami (Chorizo Pamplona) zurecht, vertilge vor Ort direkt ein Drittel, eine Hand voll Cherry Tomaten und eine Banane.

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Schweren Herzens trenne ich mich aufgrund meiner Rücken und chronischen Knie Probleme, von ein paar neuen und komplett unbenutzten Ausrüstungsgegenständen, um das Gewicht meines Rucksackes von knapp 20Kg !  auch nur ein bisschen zu senken, da gerade jetzt jedes Gramm zählt.                                                                                   Ich hatte mich zuvor bei der Poststelle informiert, jedoch bei dem Gewicht + Box , hätte ein Versand nach Deutschland im Verhältnis nicht gelohnt. So entschloss ich mich, die Aussortierten Dinge, vor Reiseanbruch auf meinem Bett liegen zu lassen, da außer uns auch noch niemand wach war.

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Ca. 3 Kg leichter, machen wir uns auf den Weg, Richtung des ca. 7.7 Km entfernten Cacabelos/Pieros .                                                                          In fast völliger Dunkelheit (nur inmitten des Dorfes brennen ein paar Laternen und Lichter, die vereinzelt besondere Statuen beleuchten) suchen wir den Weg aus dem Dorf und ich versuche, sofern mit dem Smartphone möglich, hier und da ein paar Schnappschüsse zu machen, bevor wir Cacabelos endgültig hinter und lassen.

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Außerhalb wird es sehr schwer, die Wegweisenden Muschelsymbole, oder gelben Pfeile zu sehen, so dass teilweise nur intensiver ausspähen mit meiner Stirnlampe möglich ist.. Als wir dann am Autobahnende, schon etwas Außerhalb den Rettenden Pfeil, erst sehr schlecht etwas weiter eine Schuttpiste hinauf entdecken, wird der Rest der Weges bis zum Sonnenaufgang dankbarer weise fast selbsterklärend.

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Wirklich nur von nahem zu erkennen, der Muschelwegweiser.

So ziemlich nach vollständigem Sonnenaufgang gegen  7:45 erreichen wir den Ortseingang des ziemlich Metropolit wirkenden Cacabelos, welches mit seinen großteils sehr neuen und modernen Häusern, Straßen und Kulturistischen Sehenswürdigkeiten glänzt, wie dem sehr stylistischen Museum, unmittelbar am Ortseingang.

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Der Himmel bleibt den Tag über meist zumindest teilweise bewölkt und ist mit Temperaturen von Durchschnittlich 24 Grad auch der bislang „kühlste“ , was zumindest beim laufen nicht  gerade unangenehm ist.

Im Dörflichen Teil der Stadt eingelaufen, machen wir kurz ein schönes Erinnerungsfoto und genehmigen und erst einmal im noch einzig geöffneten Café entlang unserer Route einen großen Café con Leché, zudem üppige Snacks gereicht werden.

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Und noch ein paar, von schicken Wandmalereien...

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Und auch ein bisschen Sightseeing + Selfies …

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In dem kleinen Zwischenort Pieros, noch ca. 7,5 Km von unserem heutigen Etappenziel Villafranka del Bierzo, bietet sich mir noch einmal die Möglichkeit, meinen Wasservorrat aufzufüllen.

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Pieros passierend biegen wir auf einen Feldweg ab, von dem aus der schweißtreibende auf und abstieg durch die dafür entschädigenden, wundervollen Weinberge führt.

Es ist erstaunlich, wie viele Menschen an Bäumen, Meilensteinen oder einfach irgendwo die Gelegenheit nutzen, ihre abgelaufenen Schuhe abzulegen bzw. aufzuhängen. Dies bietet natürlich super Möglichkeiten das Smartphone zu zücken.

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Die Traumhaften Weinberge geben Chancen zum nachdenken, jedoch auch zum rumalbern. 

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Die Weinberge hinter uns gelassen, spüre ich wie beim Einlauf in das (zumindest oberhalb der Stadt) sehr „Ritter Zeitaltlich“ anmutende Villafranke del Bierzo, meine am Morgen genommene Iboprophen langsam aber sicher ihre Wirkung verliert und die Knie Schmerzen wieder deutlich zunehmen.

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Diesmal ohne uns unseren standarisierten „angekommen“ Café zu gönnen, suchen wir sofort auf meine Bitte hin, eine freie Albergue und finden auch recht schnell unmittelbar am Ortsausgang in Pilger-Laufrichtung eine Bleibe mit genau noch zwei Plätzen !

Leider verteilt auf drei Etage, sind die letzten beiden Plätze in der obersten. Alles ziemlich sauber und sortiert, mit großer Gemeinschaftsküche, einem Computer mit kostenloser WiFi Benutzung, ausreichend wasch und dusch Möglichkeiten und „angeblich“ täglich gereinigten Bettlaken etc., wobei ich damit stets äußerst skeptisch umgehe und dennoch meinen Schlafsack und Handtuch als Unterlage benutze, da ich bereits jetzt nicht allzu selten Pilger mit der Folge von Bettwanzen gesehen habe.!

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Ich habe die oberste Bettetage mit direktem, grandiosen Fensterblick auf die Berge.

Wir machen im laufe des Abends noch ein paar kleinere Besorgungen im 2 Min entfernten Supermarkt und ich verbringe die restliche Zeit bis zum Schlafen mit der „Arbeit“ am Blog.                             Wecker stellen für den Folgetag… 5:00 Uhr   .. Gute Nacht 🙂